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Dharma-Beiträge

Grundlagen der Buddhalehre

Der Buddha ist wie ein Arzt, seine Lehre ist wie ein großer Medizinschrank und die Lebewesen sind wie Patienten, die von der Krankheit übler Gewohnheiten und falscher Sichtweise und damit von der Verstrickung in Leiden geheilt werden können.

Die Zuflucht zu den Drei Juwelen

In der Formulierung von Ringu Tulku Rinpoche

Erkenne, dass du die positiven Qualitäten in deinem Herzen zu unermesslicher Weisheit und grenzenlosem Mitgefühl entwickeln kannst. Dich wie die früheren Buddhas zu entschließen, in diese Richtung zu gehen, ist die Zufluchtnahme zum Buddha. Die Wege und Mittel kennen zu lernen und anzuwenden, ist die Zufluchtnahme zum Dharma. Dich zu entschließen, für den positiven Einfluss und die Erklärungen von Weggefährten empfänglich zu sein, ist die Zufluchtnahme zum Sangha.

Padmasambhava

Dies für dich und zum Wohl der Lebewesen zu tun, ist der buddhistische Pfad und heißt Zuflucht nehmen.

Die grundlegende Lehre des Buddha für ein Leben der buddhistischen Geisteshaltung

Zusammengestellt von Ani Karma Tsultrim

Die vier Edlen Wahrheiten

  1. Es gibt Leiden.
  2. Es gibt eine Ursache des Leidens.
  3. Es gibt die Aufhebung des Leidens.
  4. Und es gibt einen Weg, den edlen achtfachen Pfad, der aus dem Leiden heraus führt.

Der Edle Achtfache Pfad

  1. Rechte Erkenntnis – die Einsicht in die Vier Edlen Wahrheiten.
  2. Rechte Gesinnung – eine entsagende, hasslose, friedfertige Geisteshaltung.
  3. Rechte Rede – Vermeiden von Lüge, Zwischenträgerei, roher Rede und törichter Rede.
  4. Rechtes Handeln – Vermeiden von Töten, Stehlen und Ehebrechen.
  5. Rechter Lebenserwerb – Vermeiden eines Berufs, durch den andere Lebewesen getötet, verletzt oder in irgend einer Weise geschädigt werden.
  6. Rechte Anstrengung – karmisch unheilsame, üble Dinge sind zu vermeiden oder zu überwinden, heilsame Dinge sind zu erwecken und zu erhalten.
  7. Rechte Achtsamkeit – beständiges Achten auf die Vorgänge im Körper und mit dem Körper, die Gefühle, das Bewusstsein und die geistigen Objekte.
  8. Rechte Sammlung – meditative Konzentration, die im reinen Gegenwärtigsein des höchsten, objektfreien Samadhi gipfelt.

Die vier Gedanken, die den Geist dem Dharma zuwenden

  1. Das menschliche Leben ist kostbar, da wir die Möglichkeit haben, den Weg zu gehen, der aus dem Leidenskreislauf heraus führt.
  2. Alles Entstandene ist vergänglich, leidbringend und nicht das Selbst.
  3. Es gilt das Gesetz von Ursache und Wirkung: Was ich jetzt bin, ist die Folge meiner vergangenen Taten mit Körper, Rede und Geist. Wie ich jetzt denke, rede und handle bestimmt, was ich sein werde. Das ist Karma.
  4. Wenn wir in einem Geisteszustand verweilen, der von Wünschen und Begierde, Abneigung und Hass, Verwirrung und falscher Sicht geprägt ist, schaffen wir uns Leiden. Das nennt man Samsara.

Diese vier Gedanken zu kontemplieren und tief in unserem Inneren zu verstehen, bereitet die Grundlage für den Weg zur Befreiung.

Die vier unermesslichen Gesinnungen - Brahmavihara

Liebende Güte, Mitgefühl/Mitleid, Mitfreude/Freude und Gleichmut

  1. Metta: Entfalte bedingungslose liebende Güte, dann werden sich alle negativen Gedanken und alles Übelwollen auflösen.
  2. Karuna: Entfalte Mitgefühl, dann werden deine egobezogenen Wünsche, deine Ruhelosigkeit und die Neigung, andere zu verletzen, verschwinden.
  3. Mudita: Entfalte Mitfreude, dann werden Neid und Eifersucht versiegen, und mit Freude und freudigem Einsatz wirst du den Weg vollenden.
  4. Upekkha: Entfalte Gleichmut, dann werden alle Widerstände in dir aufgehoben, und dein Geist wird stabil, wie ein Fels in der Brandung.

Mögen alle Wesen glücklich sein und die Ursachen von Glück schaffen.
Mögen sie alle frei sein von Leid und frei davon, die Ursachen von Leid zu schaffen.
Mögen sie das edle Glück finden, das niemals durch Leiden beeinträchtigt werden kann.
Mögen sie unerschütterlichen Gleichmut entfalten, jenseits von weltlichen Vorurteilen gegenüber Freunden und Feinden.

Richtlinien für das tägliche Leben – Silas für den Bodhisattva-Weg

Ich will kein lebendes Wesen töten oder verletzen, sondern Leben schützen.
Ich will mir weder materielle noch nicht-materielle Dinge aneignen, die mir nicht gegeben wurden.
Ich will von unreinem und unsittlichem Wandel Abstand nehmen.
Ich will mich enthalten Unwahres zu sagen.
Ich will keine berauschenden Mittel zu mir nehmen und solche auch nicht anbieten, da sie den Geist trüben und so zur Verletzung der anderen Silas führen.
Ich will nicht kritisieren, nicht andere aburteilen und nicht unbedacht oder absichtlich über die Fehler anderer sprechen.
Ich will mich weder selbst loben und über andere stellen, noch andere schlecht machen.
Ich will nicht kleinlich sein, sondern Großzügigkeit üben, sowohl in materiellen Dingen, als auch in Herzenseigenschaften.
Ich will nicht in Zorn geraten und keinen Zorn provozieren.
Ich will die religiösen Gefühle anderer, sowie die Drei Juwelen achten.

Bei allem Wirken im Denken, Reden und Handeln ist mir stets bewusst, dass das Gesetz der liebenden Güte an oberster Stelle steht. So will ich auch niemand anderen veranlassen, eines der Silas zu übertreten.

Praxis der Einsicht

Die Wurzeln allen Übels sind die drei Geistesgifte.
Begierde und Anhaftung werden überwunden, indem ich nur das tue, was dem Weg des Erwachens förderlich ist.
Abneigung und Hass werden überwunden, indem ich mich von bedingungsloser liebender Güte lenken lasse.
Verblendung und Nichtwissen werden überwunden, indem ich in reinem Gegenwärtigsein in Leerheit und Klarheit verweile.

Widmung der Verdienste aus der buddhistischen Praxis

Möge ich durch diese heilsamen Übungen den Weg zur geistigen Freiheit betreten. Möge alles, was ich mit Körper, Rede und Geist tue, niemandem Leid und Schaden zufügen. Möge es zu meinem eigenen Nutzen sein und möge es zum Wohl und Glück von anderen beitragen.

Befreiung, Erleuchtung

Zitiert nach dem Palikanon

Wer alle Dinge, die den Geist trüben, aufgibt und die Eigenschaften entfaltet, die zur Läuterung führen, der wird schon in diesem Leben die Fülle von Weisheit und Vollkommenheit verwirklichen. Er wird Freude, wahres Glück und innere Stille finden, und von Achtsamkeit und klarer Bewusstheit erfüllt sein. Das ist der Zustand unerschütterlicher, letztendlicher Glückseligkeit.

Gemeinsames Buddhistisches Bekenntnis aller buddhistischen Traditionen in Deutschland

Veröffentlicht von der Deutschen Buddhistischen Union

Ich bekenne mich zum Buddha als meinem unübertroffenen Lehrer. Er hat die Vollkommenheiten verwirklicht und ist aus eigener Kraft den Weg zur Befreiung und Erleuchtung gegangen. Aus dieser Erfahrung hat er die Lehre dargelegt, damit auch wir endgültig frei von Leid werden.

Ich bekenne mich zum Dharma, der Lehre des Buddha. Sie ist klar, zeitlos und lädt alle ein, sie zu prüfen, sie anzuwenden und zu verwirklichen.

Ich bekenne mich zum Sangha, der Gemeinschaft derer, die den Weg des Buddha gehen und die verschiedenen Stufen der inneren Erfahrung und des Erwachens verwirklichen.

Ich habe festes Vertrauen zu den Vier Edlen Wahrheiten: Das Leben im Daseinskreislauf ist letztendlich leidvoll.
Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.

Ich habe festes Vertrauen in die Lehre des Buddha:
Alles Bedingte ist unbeständig.
Alles Bedingte ist leidvoll.
Alles ist ohne eigenständiges Selbst.
Nirvana ist Frieden.

Ich bekenne mich zur Einheit aller Buddhisten und begegne allen Mitgliedern dieser Gemeinschaft mit Achtung und Offenheit. Wir folgen dem Buddha, unserem gemeinsamen Lehrer und sind bestrebt, seine Lehre zu verwirklichen. Ethisches Verhalten, Sammlung und Weisheit führen zur Befreiung und Erleuchtung.

Richtlinien - Silas: Ich übe mich darin, keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen, Nichtgegebenes nicht zu nehmen, keine unheilsamen sexuellen Handlungen zu begehen, nicht unwahr oder unheilsam zu reden, mir nicht durch berauschende Mittel das Bewusstsein zu trüben.

Zu allen Lebewesen will ich unbegrenzte Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut entfalten, im Wissen um das Streben aller Lebewesen nach Glück.